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Frise
Aktionsschau
Fotografie

Eröffnung:
Freitag, 3. Juli 2026, 19 Uhr

Geöffnet:
4.–5. Juli 2026
Sa–So, 15–19 Uhr

„Fotografieren bedeutet, teilzuhaben an der Sterblichkeit, Verletzlichkeit und Wandelbarkeit anderer Menschen oder Dinge“, schreibt Susan Sontag 1977 in ihrer Essaysammlung „On Photography“. Durch Fotografie werde die Realität „in eine Summe von beiläufigen Bruchstücken zusammengefasst – eine unaufhörlich verlockende, streng reduzierende Methode, mit der Welt fertigzuwerden.“

Anlässlich der 9. Triennale der Photographie Hamburg lädt das FRISE Künstler*innenhaus Hamburg zur Gemeinschaftsausstellung Frise Aktionsschau Fotografie ein. Ob im Sinne Susan Sontags oder der Frage, was Fotografie heute sein kann: Die Ausstellung präsentiert eine Vielfalt fotografischer Praktiken und versammelt Positionen, die das Medium nicht als klar umrissenes Genre, sondern als offenes Feld künstlerischer Verfahren begreifen.

Die im FRISE Künstler*innenhaus – einem ehemaligen Friseurinstitut – arbeitenden Künstler*innen nutzen Fotografie auf ganz unterschiedliche Weise: Als dokumentarische Geste, konzeptuelles Werkzeug, Bestandteil installativer Arbeiten oder als Ausgangspunkt für performative und filmische Prozesse, die über das Statische hinausweisen. Dabei fungiert Fotografie nicht allein als Bildproduktion, sondern als Denk- und Handlungsform, die Prozesse des Sichtbarmachens, Archivierens, Übersetzens und Inszenierens verhandelt. Die Schau gewährt Einblicke in das breite Spektrum künstlerischer Auseinandersetzungen und unterstreicht den kollektiven, experimentellen Geist des Hauses. 

Mit:
Claudia Behling, Julia Berg, Torsten Bruch, Rahel Bruns, Doro Carl, Uli M. Fischer, Hinrich Gross, Dorothea Heinrich, Maja Bogumila Hoffmann, Hiroko Kameda, Christian F. Kintz, Nis Knudsen, Jochen Lempert, Matthias Meyer, Helene von Oldenburg, Franziska Opel, Eva Riekehof, Lola Romboy, Dodo Schielein, Doris Schneider, Sylvia Schultes, Wiebke Schwarzhans, Regine Steenbock, Youssef Tabti, Elisabeth Wagner, Chrisdian Wittenburg

Past

Was die Stimme nicht weiß:

Tage
Buch
Schreiben

Symposion

»Haben Sie je ein Tagebuch geführt?… Ich glaube nein, sage ich… Und warum eigentlich nicht, fragt er weiter. Weil ich immer fürchtete, jemand könnte es einmal lesen. Später, als ich schon schrieb, scheute ich mich, Gedanken, Erfahrungen, Gefühle einfach so niederzuschreiben ohne formalen Anspruch. Das Tagebuch als literarische Form, wäre das nicht schon immer eine Möglichkeit für Sie gewesen? Das wäre als wolle man beim Anblick einer Frühlingswiese zu grasen beginnen. Manchmal freilich dachte ich Fakten zu notieren, formlos. Um später nachlesen zu können, was geschehen war. … Manchmal tut´s der Kalender auch. …Aber das ganze setzt sich ja im Grunde anders zusammen!« (Friederike Mayröcker, Magische Blätter)

26.5.26, 12 Uhr: Die Autor*innen Hans-Christian Dany, Anja Dreschke, Josefine Flora Green, Jenny Schäfer im Gespräch mit Regine Steenbock und Nora Sdun.
Begrenzte Publikumsteilnahme mit Voranmeldung (steenbock@sium.net)
Ein Zusammenschnitt des Gesprächs wird am 27. Juni in Lorettas Leselampe im FSK Radio veröffentlicht.

26.5.26, 19 Uhr: Filmscreening:
Journal d´Amérique von Arnaud des Pallières
Frankreich 2022, englische Zwischentitel, 112′
Arnaud des Pallières verwebt in seinem Essayfilm Journal d´Amérique anonymes, meist von Amateuren gedrehtes Archivmaterial mit reflexiven, spekulativen und poetischen Zwischentiteln eines vermeintlich von Januar bis April geschriebenen Tagebuchs, eines nicht bezifferten Jahres. Parabeln über Feen und Haie, zarte Erinnerungen und Träume vom Fischfang und Steinesammeln verwandeln sich langsam in Geschichten über Krieg, Atombomben, Patrioten und Veteranen, über unsere entfremdete Kindheit und die Gespenster unter uns. In einem bemerkenswerten Tempo erhellen Funken von Licht und Ideen die Leinwand.

Programmüberblick

1.-31. Mai:
Plakatwand im Außenbereich der FRISE:
Kyung- hwa Choi-ahoi: Tagebuchzeichnungen, Tagebuchtexte: tierisch gefreut

26. Mai, 12 Uhr:
Symposion Tage Buch Schreiben mit Hans-Christian Dany, Anja Dreschke, Josefine Flora Green, Jenny Schäfer im Gespräch mit Regine Steenbock und Nora Sdun.

26. Mai, 19 Uhr
Filmscreening: Journal d´Amérique von Arnaud des Pallières

Juni, 20 Uhr
Lorettas Leselampe: Tage Buch Schreiben
Eine Radiosendung im FSK von Nora Sdun www.fsk-hh.org/
Danach abrufbar unter www.freie-radios.net/serie/lorettasleselampe

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und das Bezirksamt Altona.

Past

Was die
Stimme nicht
weiss

Voix-off: … Aber wir sind der Sprache scheißegal

Achim Lengerer

Eröffnung & Performance: Donnerstag, 21. Mai, ab 19 Uhr
Mit Tönen, filmischen Bildern und Texten von 
Achim Lengerer und Fernand Deligny

Ausstellung: 22.  – 24. Mai,  Freitag — Sonntag, 15–19 Uhr

Die Auseinandersetzung mit dem französischen Pädagogen, Schriftsteller und Filmemacher Fernand Deligny (1913–1996) ist Ausgangspunkt des Projektes von Achim Lengerer. Deligny beginnt in den 1940er Jahren, als Sozialarbeiter mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Später gründet er mit jungen Erwachsenen in Südfrankreich eine Siedlung, um mit von der Psychiatrie als »autistisch« bezeichneten Kindern zusammenzuleben. 
In seiner pädagogischen Arbeit wird versucht, den Kindern innerhalb (und außerhalb) der Lebensstruktur der Erwachsenen abweichende Wege zu ermöglichen, ihnen ein Um- und Handlungsfeld für ihre wesenseigene Nutzung von Raum und Zeit zu schaffen. Es entstehen mehrere dokume­n­tarische Filmprojekte (z. B. CE GAMIN, LÀ, 1975, Regie: Renaud Victor) mit begleitenden Texten sowie Schriften zum kinematografischen Bild. 
Delignys Nachdenken über Film zeigt sich in der Art und Weise, wie in CE GAMIN, LÀ die Tonspur eingesetzt wird: Deligny nutzt das filmische Voix-off/Voice-over als (s)eine literarische Erzählstimme, die dem filmischen Bild vorsichtig parallel gesetzt wird; eine Tonspur, die der Bildspur »angelegt« wird und die sich in fragiler Balance zum NICHT SPRECHEN der Kinder artikuliert. Die Stimmen der Kinder und die Sprache Delignys bilden die beiden Pole des »Entretien sonore«, des akustischen Gesprächs

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und das Bezirksamt Altona.

Gefährten in Balance
Jennifer Bennett und Lily Wittenburg

Eröffnung:
Fr, 8. Mai 2026, 18.30 Uhr
19 Uhr – Lesungen im Rahmen der Dinge

Ausstellung und Programm:
Sa. 9.5., 15–21 Uhr + So. 10.5., 19–21 Uhr 

Wir haben uns auf schmalen Pfaden ins Hinterland begeben. Während die eine ein verlassenes Haus wieder bewohnbar machte und variable Figuren aus gesammelter Tonerde formte, hat die andere Körper von Verstorbenen gewaschen und als Mageiroi für Trauerfeiern gekocht. Aus diesem Abtauchen ins Alltägliche bringen wir Dinge mit – Gefährten, die wir uns hergestellt haben. Skulpturen aus ungebrannter Tonerde, Notizen, Bilder, Möbel und Erzählungen. Über den Boden unter unseren Füßen, das Aushalten von Nicht-Wissen, die Hin- und Abwendung von Ereignissen. Methodische Bewegungen des Formens, Pflegens und Haltens, aber auch der Flucht und des Zweifelns. Welche Haltung könnte ein Mittel gegen die Bitterkeit fester Begriffe sein? Was vermag Näheverhältnisse herzustellen? Und wie können Gegenstände als Vermittler agieren? Entlang dieser Felder laden wir euch zu Gesprächen, gemeinsamem Lesen, Schreiben, Kochen und Essen ein. 

Lesungen im Rahmen der Dinge

Lily Wittenburg Das Tagebuch von Ipdo Sceance-Fiction
Schablonen für den Satzbau: Durch die KI zerstörte Syntax, Renga-Gedichte, Psalmen, liturgische Formen, Tagebucheinträge, Rezepte, salbungsvolle Sprache und Einkaufslisten für den Ernstfall fließen in einer schmalen Fahrrinne aus Narration zusammen. 

Jennifer Bennett Fragmentarischer Einblick in Erdung

Anschließend: Essen & Karaoke