NEXt

Terra Salis

Anna Bergold
Fotografie

Eröffnung:
Fr, 19. Juni 2026, 19 Uhr

Geöffnet:
20.–28.6., Fr–So, 15–19 Uhr
und nach Absprache

Artist Talk:
So, 28.6.26, 15 Uhr
Anna Bergold im Gespräch mit Wiebke Schwarzhans

„Terra Salis“ untersucht eine Landschaft, die seit Jahrzehnten vom Kalibergbau geprägt ist. Industrielle Nutzung, geologische Strukturen und ökologische Folgen greifen hier ineinander. Landschaft zeigt sich als Ergebnis von Planung, Eingriffen und langfristigen Veränderungen, die tief in den Boden reichen.

Die Ausstellung gliedert sich in drei räumlich getrennte Ebenen. Die oberirdische Ebene zeigt den Salzberg, seine industrielle Infrastruktur und seine Präsenz in der Region. Die unterirdische Ebene thematisiert geologische Schichten, eine Deponie für Giftmüll und Salzmineralien. Eine verbindende Ebene dazwischen macht sichtbar, wo die Spuren an die Oberfläche treten: belastete Gewässer, salztolerante Pflanzen, neue Formen von Landschaft.

Was ist sichtbar, was liegt verborgen, und welche Verbindungen existieren dazwischen? Die fotografische Arbeit fragt, wie Landschaft durch industrielle Aneignung geformt wird, welche Verantwortung Nutzungssysteme für langfristige ökologische Zustände tragen und wie sichtbar oder unsichtbar diese Entscheidungen im Raum bleiben.

Foto: Terra Salis, Archivpigmentdruck, 100 x 81,5 cm, © Anna Bergold

Gefördert durch Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur; Behörde für Kultur und Medien Hamburg und Bezirksamt Hamburg-Altona.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2026, www.architektursommer.de 

PAST

Fabrics of Translocality
Ula Ahmed, Masixole Ncevu & Roxana Rios


Eröffnung: 05. Juni, Softopening 16.00 – 18.00 Uhr 
Artist Talk: 06. Juni 18.00 – 19.00 Uhr
Geöffnet: täglich 15.00 – 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 05. – 14. Juni 2026


Als Teil der Triennale Expanded der Triennale der Photographie Hamburg im Künstler*innenhaus Frise erkunden Ula Ahmed, Masixole Ncevu und Roxana Rios in fotografischen und intermedialen Arbeiten die vielschichtigen Verflechtungen von Raum, Identität und Geschichte. Im Zentrum stehen Erfahrungen und Zugehörigkeiten, die sich nicht an festen geografischen Grenzen orientieren, sondern in den Zwischenräumen von Bewegung, Migration und Erinnerung entstehen. Die Ausstellung entwirft selbstbestimmte Imaginationsräume, die sich in widerständigen Gesten, dem Erinnern als dringliche Handlung und Praktiken der Fürsorge entfalten.

Ula Ahmed ist eine sudanesische multidisziplinäre Künstlerin und Kulturforscherin mit Sitz in Hamburg. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit indigener Wissensproduktion, Frauenbewegungen sowie den politischen und kolonialen Verflechtungen der sudanesischen Geschichte auseinander.
Mittels Fotografie, Video und partizipativer Formate untersucht sie Erinnerung, Verdrängung und Widerstand und fragt danach, wie fragmentierte Archive kollektive Identitäten prägen.
Ahmed verbindet traditionelle sudanesische Erzählformen mit zeitgenössischen feministischen Diskursen und versteht ihre künstlerische Praxis als lebendiges Archiv gegen historisches Vergessen.
Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem bei Les Rencontres d’Arles 2021 und in der ifa-Galerie Berlin.
Masixole Ncevu verfolgt in seinem Werk tiefgreifende theoretische und konzeptuelle Forschungskomponenten. Seine Praxis verbindet verschiedene Medien wie Fotografie, Film, Zeichnungen, Performance und Ton. Ncevu lässt sich von der immateriellen Welt, postkolonialer Theorie und verschiedenen dekolonialen Ideologien inspirieren und interessiert sich für die soziologischen und psychologischen Anwendungsbereiche der Fotografie.
Roxana Rios schloss nach einem Doppelstudium der Fotografie und Performativen Künste an der HGB-Leipzig und der AdBK-Nürnberg 2023 mit Diplom ab. Seither wurde Rios’ Arbeit unter anderem im Museum Folkwang Essen, Museum der bildenden Künste Leipzig, FOTOHOF Salzburg, Foto Arsenal Wien, Fotomuseum Winterthur sowie den Deichtorhallen Hamburg gezeigt. Roxana erhielt das Stipendium für Zeitgenössische deutsche Fotografie 2024 und wurde 2025 von der Triennale der Photographie als FUTURES Talent ausgewählt. Rios Praxis hinterfragt hegemoniale Narrative sowie die Beziehungen zwischen Bild- und Wissensproduktion. Innerhalb fotografischer, performativer und installativer Formate untersucht they den Körper als Konstrukt, Material und Repräsentant*in innerhalb gesellschaftlicher (An-)Ordnungen. In dieser Funktion versteht sich die Arbeit als Testfeld utopischen Denkens, Sehens und Sprechens, als Beitrag zu zeitgenössischen, gesellschaftlichen sowie ästhetischen Diskursen.

Past

Was die
Stimme nicht
weiss

Tage
Buch
Schreiben

Symposion

»Haben Sie je ein Tagebuch geführt?… Ich glaube nein, sage ich… Und warum eigentlich nicht, fragt er weiter. Weil ich immer fürchtete, jemand könnte es einmal lesen. Später, als ich schon schrieb, scheute ich mich, Gedanken, Erfahrungen, Gefühle einfach so niederzuschreiben ohne formalen Anspruch. Das Tagebuch als literarische Form, wäre das nicht schon immer eine Möglichkeit für Sie gewesen? Das wäre als wolle man beim Anblick einer Frühlingswiese zu grasen beginnen. Manchmal freilich dachte ich Fakten zu notieren, formlos. Um später nachlesen zu können, was geschehen war. … Manchmal tut´s der Kalender auch. …Aber das ganze setzt sich ja im Grunde anders zusammen!« (Friederike Mayröcker, Magische Blätter)

26.5.26, 12 Uhr: Die Autor*innen Hans-Christian Dany, Anja Dreschke, Josefine Flora Green, Jenny Schäfer im Gespräch mit Regine Steenbock und Nora Sdun.
Begrenzte Publikumsteilnahme mit Voranmeldung (steenbock@sium.net)
Ein Zusammenschnitt des Gesprächs wird am 27. Juni in Lorettas Leselampe im FSK Radio veröffentlicht.

26.5.26, 19 Uhr: Filmscreening:
Journal d´Amérique von Arnaud des Pallières
Frankreich 2022, englische Zwischentitel, 112′
Arnaud des Pallières verwebt in seinem Essayfilm Journal d´Amérique anonymes, meist von Amateuren gedrehtes Archivmaterial mit reflexiven, spekulativen und poetischen Zwischentiteln eines vermeintlich von Januar bis April geschriebenen Tagebuchs, eines nicht bezifferten Jahres. Parabeln über Feen und Haie, zarte Erinnerungen und Träume vom Fischfang und Steinesammeln verwandeln sich langsam in Geschichten über Krieg, Atombomben, Patrioten und Veteranen, über unsere entfremdete Kindheit und die Gespenster unter uns. In einem bemerkenswerten Tempo erhellen Funken von Licht und Ideen die Leinwand.

Programmüberblick

1.-31. Mai:
Plakatwand im Außenbereich der FRISE:
Kyung- hwa Choi-ahoi: Tagebuchzeichnungen, Tagebuchtexte: tierisch gefreut

26. Mai, 12 Uhr:
Symposion Tage Buch Schreiben mit Hans-Christian Dany, Anja Dreschke, Josefine Flora Green, Jenny Schäfer im Gespräch mit Regine Steenbock und Nora Sdun.

26. Mai, 19 Uhr
Filmscreening: Journal d´Amérique von Arnaud des Pallières

Juni, 20 Uhr
Lorettas Leselampe: Tage Buch Schreiben
Eine Radiosendung im FSK von Nora Sdun www.fsk-hh.org/
Danach abrufbar unter www.freie-radios.net/serie/lorettasleselampe

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und das Bezirksamt Altona.

Past

Was die
Stimme nicht
weiss

Voix-off: … Aber wir sind der Sprache scheißegal

Achim Lengerer

Eröffnung & Performance: Donnerstag, 21. Mai, ab 19 Uhr
Mit Tönen, filmischen Bildern und Texten von 
Achim Lengerer und Fernand Deligny

Ausstellung: 22.  – 24. Mai,  Freitag — Sonntag, 15–19 Uhr

Die Auseinandersetzung mit dem französischen Pädagogen, Schriftsteller und Filmemacher Fernand Deligny (1913–1996) ist Ausgangspunkt des Projektes von Achim Lengerer. Deligny beginnt in den 1940er Jahren, als Sozialarbeiter mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Später gründet er mit jungen Erwachsenen in Südfrankreich eine Siedlung, um mit von der Psychiatrie als »autistisch« bezeichneten Kindern zusammenzuleben. 
In seiner pädagogischen Arbeit wird versucht, den Kindern innerhalb (und außerhalb) der Lebensstruktur der Erwachsenen abweichende Wege zu ermöglichen, ihnen ein Um- und Handlungsfeld für ihre wesenseigene Nutzung von Raum und Zeit zu schaffen. Es entstehen mehrere dokume­n­tarische Filmprojekte (z. B. CE GAMIN, LÀ, 1975, Regie: Renaud Victor) mit begleitenden Texten sowie Schriften zum kinematografischen Bild. 
Delignys Nachdenken über Film zeigt sich in der Art und Weise, wie in CE GAMIN, LÀ die Tonspur eingesetzt wird: Deligny nutzt das filmische Voix-off/Voice-over als (s)eine literarische Erzählstimme, die dem filmischen Bild vorsichtig parallel gesetzt wird; eine Tonspur, die der Bildspur »angelegt« wird und die sich in fragiler Balance zum NICHT SPRECHEN der Kinder artikuliert. Die Stimmen der Kinder und die Sprache Delignys bilden die beiden Pole des »Entretien sonore«, des akustischen Gesprächs

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und das Bezirksamt Altona.

Gefährten in Balance
Jennifer Bennett und Lily Wittenburg

Eröffnung:
Fr, 8. Mai 2026, 18.30 Uhr
19 Uhr – Lesungen im Rahmen der Dinge

Ausstellung und Programm:
Sa. 9.5., 15–21 Uhr + So. 10.5., 19–21 Uhr 

Wir haben uns auf schmalen Pfaden ins Hinterland begeben. Während die eine ein verlassenes Haus wieder bewohnbar machte und variable Figuren aus gesammelter Tonerde formte, hat die andere Körper von Verstorbenen gewaschen und als Mageiroi für Trauerfeiern gekocht. Aus diesem Abtauchen ins Alltägliche bringen wir Dinge mit – Gefährten, die wir uns hergestellt haben. Skulpturen aus ungebrannter Tonerde, Notizen, Bilder, Möbel und Erzählungen. Über den Boden unter unseren Füßen, das Aushalten von Nicht-Wissen, die Hin- und Abwendung von Ereignissen. Methodische Bewegungen des Formens, Pflegens und Haltens, aber auch der Flucht und des Zweifelns. Welche Haltung könnte ein Mittel gegen die Bitterkeit fester Begriffe sein? Was vermag Näheverhältnisse herzustellen? Und wie können Gegenstände als Vermittler agieren? Entlang dieser Felder laden wir euch zu Gesprächen, gemeinsamem Lesen, Schreiben, Kochen und Essen ein. 

Lesungen im Rahmen der Dinge

Lily Wittenburg Das Tagebuch von Ipdo Sceance-Fiction
Schablonen für den Satzbau: Durch die KI zerstörte Syntax, Renga-Gedichte, Psalmen, liturgische Formen, Tagebucheinträge, Rezepte, salbungsvolle Sprache und Einkaufslisten für den Ernstfall fließen in einer schmalen Fahrrinne aus Narration zusammen. 

Jennifer Bennett Fragmentarischer Einblick in Erdung

Anschließend: Essen & Karaoke